| Oft sind es aktuelle historische oder seltene Ereignisse, die einen dazu bringen, Amateurastronom zu werden. Bei mir war es die erste Mondlandung im Jahr 1969, als ich gerade einmal zehn Jahre alst war. Bei anderen war es vielleicht 1997 der sehr helle und auffällige Komet Hale-Bopp, oder 1999 die totale Sonnenfinsternis über Süddeutschland und Österreich.Vielleicht hat auch der kürzlich stattgefundene extrem seltene Venusdurchgang vor der Sonne wieder den einen oder anderen dazu bewegen können, sich mit Astronomie zu befassen. |
Hände weg von sogenannten Okularsonnenfiltern! Die können durch die Hitzeeinwirkung des gebündelten Sonnenlichtes platzen. Sofortige Erblindung wäre die Folge! Sonnenfilter gehören grundsätzlich auf das Fernrohrobjektiv!
Oder ein kleines Reise- Spiegelteleskop, z.B. das Celestron 90 mit 9 cm Öffnung, das auf jedes Fotostativ geschraubt werden kann und mit einem Zenitprisma und verschiedenen Okularen ausgestattet ist, mit passenden Adapterringen lässt sich auch eine Spiegelreflexkamera anbringen. Für das C90 gibt es auch passende Sonnenfilter zu kaufen, Sonnenprojektion nicht möglich, da Fangspiegel zerstört würde.
Für den Einstieg in die H-Alpha-Sonnenbeobachtung gibt es seit dem Jahre 2004 das Personal Solar Teleskope von Coronado, das mit ca. 600-700 € durchaus erschwinglich ist. Es enthält neben Infrarot- und Ultraviolett-Sperrfiltern einen justierbaren H-Alpha Haupt- sowie einen Blockfilter, die beide nur die H-Alpha- Spektrallinie mit einer Halbwertbreite von < 0,9 Angström passieren lassen. Das ermöglicht die Beobachtung von Sonnenprotuberanzen und auch schon vieler Oberflächendetails wie Flares, Filamenten und der Granulation der Chromosshäre der Sonne. Auch das Coronado-PST hat ein Schraubgewinde für Fotostative. Bevor das Coronado-PST auf den Markt kam, kosteten H-Alpha Beobachtungsgeräte von gleicher Qualität wie das PST ab 2000 € aufwärts.
Die beiden letztbeschriebenen Instrumente haben zudem den Vorteil, dass sie so klein sind, dass sie ins Kabinengepäck bei Flugreisen passen, ideal für Hobbyastronomen, die viel auf Reisen sind, und das sind viele, denn wer beispielsweise eine totale Sonnenfinsternis einmal live erleben möchte, kommt um eine Fernreise nicht herum. Und da astronomische Instrumente äußerst wertvoll sind, gehören die wirklich nicht auf das Laufband eine Flughafens, es wäre äußerst ärgerlich, wenn die verloren gingen, oder beschädigt würden, denn die Ersatzleistungen der Fluggesellschaften bei Verlust oder Beschädigung richten sich nach dem Gewicht und nicht nach dem tatsächlichen Wert des Gepäckinhalts. Bei der Sicherheitskontrolle meines Handgepäcks mit den beiden Teleskopen gab es bisher jedenfalls nie Probleme.
Grundsätzlich sollte man nicht irgendein billiges Kaufhausteleskop kaufen, denn da ist leider oft viel Schrott im Handel. Am besten geht man zu einem Fachhändler oder informiert sich im Internet.
Gernot Lausen
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