Samstag, 10. Dezember 2011

Ein seltsamer Mondaufgang - die Mondfinsternis vom 10. Dezember 2011

Am Samstag, dem 10. Dezember 2011 konnte man da, wo Wolken nicht gerade den Himmel über dem Nordosthorizont verdeckten, einen seltsamen Mondaufgang erleben. Ursache dafür war die Endphase einer zuvor totalen Mondfinsternis, und als der Mond aufging, befand er sich noch teilweise im Erdschatten. Bezüglich des heutigen Wetters war es eine echte Zitterpartie, denn es war praktisch bis kurz vor Mondaufgang äusserst unsicher, ob überhaupt etwas zu sehen sein würde, weil immer wieder Schauerwolken durchzogen. Aber die Aufhellungen wurden dann doch am Nachmittag schnell größer, kurz nach 16 Uhr wurde auch der Nordosthorizont allmählich frei. Anfangs war der teilverfinsterte Mond nur ganz kurz dicht über den Horizont zu sehen, dann verdeckte ihn dummerweise eine am Horizont entlangziehende Schauerwolke. Aber die zog doch dank des noch starken Windes rasch weiter und der Mond stieg unterdessen immer höher, und auf einmal tauchte er gegen 16:40 über der Schauerwolke auf. Da stand er noch zur Hälfte im Erdschatten, ein fürwahr schöner Anblick. Im Fernglas war deutlich die rötliche Verfärbung des noch im Erdschatten befindlichen Teils des Mondes zu sehen. Von da an war der Rest des kosmischen Schattenspiels bis auf eine nur wenige Minuten dauernde Unterbrechung durch eine kleine Restwolke bis zum Ende um 17:18 zu sehen. So habe ich dann doch noch Glück gehabt. Das war, wie schon so oft, wieder mal ein echter Wetterkrimi. Aber gerade das macht die Astronomie so spannend. Für den morgigen Sonntag sind die Wetteraussichten weitaus schlechter, als sie heute Nachmittag waren. Wäre die Mondfinsternis erst morgen, würden wir wohl leer ausgehen.
Hätten wir diese Mondfinsternis wegen Schlechtwetter verpasst, wärde das äusserst schade gewesen, denn die nächste ist in Deutschland erst wieder am 28. September 2015! zu sehen. So aber war das für mich schon einmal eine schöne Bescherung vorweg - genau zwei Wochen vor Weihnachten.

glausen

Das gab Hoffnung, immer mehr blauer Himmel, sogar in Horizontnähe. Hier das Spiegeltelekop Celestron 90, durch das ich die folgenden Aufnahmen gemacht habe.

Der noch teilverfinsterte Mond um 16:42, soeben war er über die Schauerwolke gestiegen.

Um 16:53: Der Mond zieht weiter aus dem Schatten

Um 17:02: Immer mehr Sonnenlicht fällt auf den Mond

Um 17:11: Nur ein kleiner Schattenrest ist noch verblieben Sieben Minuten später war das himmlische Schattenspiel vorbei.


 
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